Verrückt werden in Ostdeutschland-Rügen mon Amour, M. Kirschner, 130 Seiten, 30,- Bestellungen unter: kirschkern2001@gmx.de: Was sind gefüllte Fotoalben eigentlich anderes als Zeugnis gebende Bilderbücher, die über ihre chronologische Sammlung von Fotografien eine Geschichte erzählen oder assoziieren lassen. Der Künstler Manfred Kirschner hat schon früh in Studienzeiten diese Erzählweise benutzt um Lebensgeschichten und Stories seiner Protagonisten zu kreieren. Die fiktive Lebensgeschichte eines amerikanischen Künstlers in den 60ger Jahren oder kleine kurze Fotostories, in denen an Stelle der Album-Fotos, Collagen deren Platz einnehmen und diese repräsentieren. Hat man diesen surrealen Wechsel erst einmal akzeptiert, taucht man schnell ein in die Logik einer parallelen Sphäre, einer fantastischen erdachten Lebensgeschichte die mit der Wirklichkeit ringt, aus einer Zeit als Fotografie noch die Aura des Authentischen umgab. Gerade an dieser Scheide, den frühen 90iger Jahren, der beginnenden Digitalisierung und der Umkehrbarkeit der Bild und Fotografikprozesse begann Kirschner mit seinen Collage Stories und Fotoalben. Nun hat er einen ersten gedruckten Band vorgelegt im Verlag Art in Flow in Berlin. Eine bisher zweiteilige Collage Story „Verrückt werden in Ostdeutschland - Rügen mon Amour“ erzählt in einem leichten Ton die Reiseabenteuer von Harald Baumeister, einem Künstler in der Krise. Das von Manfred Kirschner kreierte Künstlerbuch ist dem Kosmos seiner Collage-Stories und Fotoalben entnommen. Mit 51 Fotocollagen wird die Geschichte des Berliner Künstlers Harald Baumeister erzählt, der von seinen Freunden enttäuscht, auf Sinnsuche an die Ostsee reist. "Verrückt werden in Ostdeutschland - Rügen mon Amour" ist ein zweiteiliges Buch, das sich an handgearbeitete Collagen-Serien orientiert. Kirschner assoziert über seine Technik eine phantastische, deutsche Bildergeschichte in der Fiktion, Vergangenes und Gegenwärtiges verschmilzt. Das hier eingesetzte Genre der Erzählung illustriert humorvoll eine Spiegelung des Lebens. So erscheint Harald Baumeister wie ein Alter Ego von Künstler*innen in der Krise. Eine innere wie äußere Reise, die ihn zur Kunst führen sollte und im Leben mündet. Mit Halluzinationen und Liebeskummer verirrt er sich in ein ironisches Vexierspiel um eine magische Schneekugel und findet am Ende Freundschaft und Liebe. Manfred Kirschner ist freischaffender Künstler. Sein bildnerisches und performatives Werk ist von Diversität und Crossover geprägt. Seinen Werken ist häufig die Frage eingeschrieben, welche Verantwortung und Bedingungen der gesellschaftlichen Rolle des Künstlers als Produzent zukommen. Kirschner thematisiert dies in Performances, Videos und Installationen in Kombination mit Zeichnung, Malerei und Collage.